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       Das kleine Lexikon des elektronischen Publizierens
 
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Sakkaden (Saccaden)
Die Sprünge im Leseprozeß, mit denen das Auge die Zeile entlanggleitet und die von Fixationen unterbrochen werden; während der S. ist das Auge blind. Springt das Auge zwischen zwei Fixationen noch einmal zurück, spricht man von Regressionen bzw. Regressionssakkaden; vgl. Rückschwung.

Sans, Sans Serif
Namenszusatz für die serifenlose Variante von Schriften, die als Schriftsippen konzipiert sind, z.B. die rotis sans serif von Otl Aicher oder für serifenlose Schriften an sich wie die Gill Sans.

Schattenschrift (engl. Shaded, Shadow)
Reliefartig wirkende Schrift, d.h. eine Schrift, die wirkt, als ob sie einen Körperschatten hätte, z.B. die
Vineta BT

Schaugröße
Bei normalem Leseabstand je nach Schriftart Schriftgrade ab 12–14 Punkt für Textelemente, die die Aufmerksamkeit des Lesers wecken sollen (Headlines etc.); beim Lesen aus größerer Entfernung werden Schaugrößen zu Lesegrößen. In der Literatur wird der
Terminus nicht konsequent angewendet, da er hier auch im Sinne von Ferngröße auf die Schriftgröße für die Hauptmenge des Textes von z.B. Plakaten bezogen wird.

Schmutztitel
Die erste Seite eines Buches, auf der in der Regel lediglich der Name des Autors und der Buchtitel angegeben werden. Da Bücher ursprünglich nicht mit festem Einband geliefert wurden, sollte der Schmutztitel das Titelblatt (den Haupttitel) vor Beschmutzung schützen.

Schnellschuß
Im Druckgewerbe: eine besonders eilige Arbeit.

Schreibmaschine
Für die Textverarbeitung mittels Computer war vor Einführung des DTP die S. das Vorbild. Daher finden sich in vielen Programmen gerade die von der S. bekannten Textgestaltungsmittel (Unterstreichen, Sperren etc.), die automatische Verwendung nontypografischer Zeichen (Zollzeichen "/ANSI 34 anstelle typografischer Anführungszeichen „“) sowie die Festlegung des Zeilenabstandes nach der Zeilenschaltung (doppelte, eineinhalbfache Schaltung etc.).

Schriftfamilie
Im Bleisatz die Gesamtheit aller Schriftgarnituren in sämtlichen Schriftschnitten; so gehören z.B. zur Schriftfamilie der Garamond die Schriftschnitte normal, kursiv, halbfett, halbfett kursiv, Kapitälchen etc.; vgl. Schriftsippe.

Schriftgarnitur
Bleisatzterminus: sämtliche existierenden Schriftgrade eines Schriftschnitts. Die Sch. der einzelnen Schriftschnitte bilden dann die Schriftfamilie.

Schriftkegel
Im Bleisatz die dem Schriftgrad entsprechende Höhe der Letter als Stempel (Konsole, Buchstabenkörper); in der Regel größer als das entsprechende Schriftbild; vgl. Schriftgröße, Vertikalhöhe.

S-HTTP
Ist die Abkürzung für "Secure Hypertext Transfer Protocol". Es ist eine Erweiterung von HTTP zur Authentifizierung und Datenverschlüsselung zwischen Server und Browser. Siehe auch HTTPS.

Server
Jeder Internet Dienst besteht grundsätzlich aus einem Server, der an das Internet angebunden ist. Dieser hat eine ihm eindeutig zugewiesene Domain und IP-Adresse, die ihn unverwechselbar macht. Ein Server kann auch mehrere Aufgaben erfüllen, wie zum Beispiel HTTP, FTP, Gopher, etc.

Signatur
Englisch für "Unterschrift". E-Mails oder Forenbeiträge in Newsgroups können natürlich keine richtige Unterschrift enthalten, enden aber oft mit dem Usernamen des Absenders, dessen E-Mail-Adresse als individuelles Erkennungszeichen dient, das ist seine Signatur.

Subject
Das Subject ist die Betreff-Zeile oder die Überschrift einer jeden Nachricht. Das Subject wird im Header einer Nachricht notiert.

Suchmaschine
Seiten im Internet mit deren Hilfe sie gezielt nach Informationen suchen lassen können und bei Erfolg die Internetadresse angezeigt bekommen.

Schriftlagen
Die Schriftlage oder Schriftrichtung ergibt die Schriftschnitte geradestehend (normal) und kursiv, im DTP heißt die schräggelegte Version einer serifenlosen Linear-Antiqua oblique. Für die durch Schriftmanipulation zuweilen auftretende linksgeneigte Schriftlage ist mir kein Terminus bekannt.

Steg
Im Bleisatz: hohlgegossene Bleiklötze von 2 bis 4 Cicero Stärke und 4 bis 20 Cicero Länge, mit denen der Leerraum im Satz bzw. in der Druckform ausgefüllt wurde. Im DTP und in der Laientypografie dient Steg als Terminus für die unterschiedlichen Ränder der Druckform (z.B. bei Gulbins/Kahrmann 1993, 345: Kopf-, Außen-/Seiten-, Bund-/Innen- und Fußsteg). Strenggenommen stammen diese Bezeichnungen aber aus dem Buchdruck im Bleisatz, wo die Seiten in der Druckform durch die unterschiedlichen Stege (aus Eisen) nach dem Ausschießen fest zusammengehalten wurden.

Schriftschnitt
Schriftvariante innerhalb einer Schriftfamilie, die sich von anderen Varianten durch bestimmte periphere grafische Merkmale im Schriftbild (Strichdicke/Schriftstärke, Buchstabenbreite/Schriftbreite, Neigungsgrad/Schriftlage) unterscheidet. Im Bleisatz wurde von der normalen (nicht extra benannten) Variante ausgegangen. Dazu gab es z.B. bei Werkschriften die Schriftschnitte halbfett, kursiv, Kapitäl-chen. Im DTP gehören zur Standardaus-stattung neben der normalen Variante kursiv (Italic), halbfett (Bold), halbfett kursiv (Bold Italic).

Schriftsippe
Von Eckehart SchuhmacherGebler (vgl. Sauthoff et.al. 1997) vorgeschlagener Terminus für Schriften, die bei bestimmten gleichen peripheren grafischen Merkmalen (Buchstabenaufbau, -relationen, -breite und Laufweite) aus Schriftfamilien mit serifennormalen, serifenbetonten und serifenlosen Varianten (evt. auch einer Mischung von Buchstaben mit und ohne Serifen) bestehen, wie z.B. die Schrift rotis aus dem Jahr 1988 von Otl Aicher.

Schusterjunge (schweiz. Waisenkind)
Alleinstehende Anfangszeile eines Absatzes am Ende einer Kolumne (Spalte oder Seite). Ggs. Hurenkind

Scribble
Erste Entwurfsphase beim Layout: grob hingekritzelte Ideenskizze.

Seitenzahl (auch: Kolumnenziffer, Pagina)
In Büchern, Broschüren oder Zeitschriften über oder unter der Kolumne stehende Zahlen zur fortlaufenden Numerierung der Seiten; toter Kolumnentitel, lebender Kolumnentitel.

Serif
Namenszusatz für die mit Serifen versehene Variante von Schriften, die als Schriftsippen konzipiert sind, z.B. die rotis serif von Otl Aicher.

Serifen (oder Schraffen)
An-, Ab- und Endstriche, mit denen die Buchstaben beginnen oder abschließen, sowie die „Füßchen“, auf denen sie stehen; periphere grafische Merkmale; Charakteristikum von Schriften der DIN-Klassen I-IV (Serifennormale Antiquaschriften) sowie der DIN-Klasse V (serifenbetonte Antiquaschriften).

Skalieren, skalierbar
Die Fonts im DTP sind frei skalierbar, d.h. daß mittels einer Datei Schriftgrade unterschiedlichster Größe dargestellt werden können. Der Nachteil: das Schriftbild größerer Schriftgrade erscheint im
Verhältnis zu kleineren fetter.

Sonderzeichen
Strenggenommen nur die durch Zusätze (Akzente etc.) erweiterten Buchstaben des lateinischen Alphabets; im DTP als Sammelbezeichnung für alle nicht ursprünglich im ASCII-Code enthaltenen Zeichen, also auch alphabetische Zusatzzeichen wie isl. Þ/þ und Logographe wie $, % etc.

Sperren
Schriftunabhängiges, typografisches Hervorhebungsmittel, bei dem für die betreffenden Textsegmente die Laufweite deutlich vergrößert wird (im Bleisatz durch Spationieren). Für Antiquasatz heute verpönt, ist S. für Fraktursatz immer noch das angemessene Hervorhebungsmittel.

Stylesheet
In DTP-Programmen ein Dateityp (z.B. Ventura Publisher: *.STY), in dem die Layoutwerte (Typografie der Absatzformate wie Schriftart, Schriftgröße, Laufweite, Zeilenabstand, Wortabstand, Satzart etc. sowie makrotypografische Parameter wie Papiergröße, Ränder, Satzspiegel etc.) gesammelt sind. Vgl. Template.

Satz
Kurzform für Schriftsatz.

Satzart (auch: Satzanordnung)
Schriftsatzprinzip, das nach dem Längenverhältnis der Zeilen zueinander ein spezifisches Satzbild ergibt. Bei gleichlangen Zeilen erhält man Blocksatz oder zeilenversetzten Blocksatz, bei ungleichlangen Flattersatz; Formensatz, Rauhsatz, rechtsbündig, linksbündig.

Satzbild
Durch die Satzart entstehendes visuelles Abbild des Textes auf der Seite; Textbild.

satzreif
Bezeichnung für ein Manuskript bzw. eine Textvorlage, die sprachlich so ausformuliert ist, daß sie ohne Vorauskorrektur und weitere Veränderungen gesetzt werden kann; beim DTP sollte der Text spätestens vor dem Umbruch satzreif sein, um Mehrfacharbeit und übersehene Trennungsstriche mitten in der Zeile zu vermeiden.

Satzspiegel
Die im Layout vorgesehene Fläche auf dem Papier für Text und Abbildungen. Zum S. gehört der lebende Kolumnentitel; nicht dazu gehören toter Kolumnentitel, Marginalien und Bogensignatur. Man unterscheidet „konventionellen“ und „unkonventionellen“ Satzspiegel. Der konventionelle S. ist symmetrisch und folgt bestimmten Proportionsgesetzen (Villardsche Figur , Goldener Schnitt, Neunerteilung etc.). Der S. kann aber auch asymmetrisch, frei bestimmt werden oder einem Gestaltungsraster folgen. Beipiele für Satzspiegelkonstruktionen von Büchern.

Schreibschriften
engl. Script; Schriftklasse VIII von DIN 16518; typografische Formen von (genormten) Schul- und Kanzleischriften.

Schrift
Im grafischen Gewerbe die Gesamtheit unterschiedlicher Zeichen in Form von Drucktypen von gleichem Duktus und gleicher Größe, die zur Herstellung von Satz notwendig sind und sich von anderen Schriften durch besondere (periphere grafische) Merkmale unterscheiden;idiografische Schrift; typografische Schrift.

Schriftart
Nicht eindeutig festgelegter Begriff, der sich sowohl auf den individuellen wie auf den gruppenspezifischenSchriftcharakter als auch auf die Schriftklasse beziehen kann.

Schriftbreiten
Als Varianten der Dickte des Buchstabenbildes ergeben sich die Schriftschnitte eng, schmal, normal, breit und extrabreit; im DTP elongated, condensed, narrow, wide, expanded, extended.

Schriftcharakter
Gesamtheit aller Formelemente einer Schrift, durch die diese ihren spezifischen Ausdruck erhält. Man unterscheidet runde Schriften, gebrochene Schriften und fremde Schriften. Schriften mit einer Mischung aus runden und gebrochenen Formen werden als
Bastardschriften bezeichnet.

Schriftgattung
Gruppe von (Druck-)Schriften innerhalb einer Klassifikation (z.B. DIN 16518), die formalen und/oder schriftgeschichtlichen Kriterien folgt. Schriftgattungen sind Renaissance-Antiqua, Barock-Antiqua, Serifenlose Linear-Antiqua etc.

Shareware
Software zum kostenlosen Testen, nach Testphase Gebühr.

Shockwave
Shockwave ist eine Helferprogramm, ein sogenanntes Plug-In für den Netscape Navigator. Es wurde von der Firma Macromedia entwickelt, um Dateien abzuspielen, die mit dem Programm Director von Macromedia erstellt wurden. Director wird hauptsächlich zur Erstellung von Multimedia-Dateien benutzt. Durch Shockwave können alle Web-Seiten, die eine solche Multimedia-Animation enthalten angeschaut werden.

SysOp
Abkürzung für "System Operator", der Administrator eines Internet-Zugangsrechners oder eines Diskussionsforums ist. Der SysOp ist unter anderem für den korrekten Ablauf von Diskussionen und die Einhaltung der Netiquette zuständig.

Spam
Unerwünschtes Versenden von Werbe-Emails an eine Vielzahl von Newsgroups oder Usern. Wird häufig und gerne mit Flames geahndet, da es die Netiquette verbietet, unerwünschte Emails zu versenden. In Deutschland ist Spamen nicht erlaubt. Der Begriff stammt aus einem Monty Python-Sketch über ständige Wiederholungen.

Site Promotion
Online-Werbepräsenzen müssen wegen des selektiven Zugangs des Mediums Internet beworben werden. Die dafür notwendige Werbung, ebenso wie die nötigen Einträge in Suchmaschinen etc. nennt man Site Promotion.

Schriftsetzer (schweizerisch: Typograph)
Seit Gutenberg bis in unsere Zeit Ausbildungsberuf im grafischen Gewerbe, umgangsspr. oft mit Buchdrucker verwechselt; zuständig für das Setzen (in vielen Fällen auch Gestalten) des Textes bzw. der Drucksache, d.h. das Zusammensetzten der Lettern zu Wörtern und Zeilen sowie für den Umbruch des Textes in Spalten, Seiten und Werken; als Ausbildungsberuf in Deutschland jetzt vom Mediengestalter abgelöst, in der Schweiz vom Polygrafen.

Schwabacher
Schrift aus der Gruppe der Gebrochenen Schriften (DIN-16518-Klassifikation Xc); im 15. Jh. entstanden, derber, offener und breitlaufender als die Gotisch; Schrift von Luthers Bibelübersetzung, daher evtl. die Vorstellung, daß gebrochene Schriften typisch deutsche Schriften seien.

Schweizerdegen
Im grafischen Gewerbe eine Person, die in der Tradition Gutenbergs sowohl den Beruf des Schriftsetzers als auch des Buchdruckers gelernt hatte und somit (vor allem in Kleinstbetrieben) doppelt einsetzbar, war. Wie es zum „Schweizerdegen“ kam ist nicht eindeutig zu erklären. Möglicherweise bezieht sich der Ausdruck auf die Schweizer Landsknechte (Degen = Kämpfer, Held ?), die für Sold mal diesem, mal jenem Herrn dienten.

Schweizer Typografie
Auf der Neuen Typografie Jan Tschicholds aufbauende Gestaltungsrichtung seit etwa 1955; kennzeichnend: asymmetrische, sachliche Darstellung, Groteskschriften in wenigen Schriftgraden, extreme Weißräume, keine Schmuckelemente; vgl. Elementare Typographie.

Setzen
Das Erfassen eines Textes für den Druck in Form eines Schriftsatzes durch Zusammenstellen von (Blei-)Lettern im Hand- oder Maschinensatz, Blei-, Foto- oder Computersatz; professionell durch den Schriftsetzer; im DTP in der Regel durch Laien (Laientypografie; KulturtechnikTypografie; Typografisches Schreiben).

Setzer
Kurz für Schriftsetzer.

Swash
Engl. Zusatz bei Fontnamen: Schwungbuchstaben Beispiel: Garamond kursiv – links normale, rechts geschwungene Buchstabenformen S K L – S K L

Signet
Firmen- oder Markenzeichen, heute meist Logo genannt. Man unterscheidet:
1. Buchstabensignet aus markant gestalteten Buchstaben;
2. Bildsignet aus bildhaft verformten Buchstaben, die die Dienstleistungen des Unternehmens erkennen lassen;
3. Sinnsignet: abstraktes Zeichen, das auf Assoziationen beim Betrachter baut. (Luidl 1989, 54f)

Spatium
Im Bleisatz dünnes, nichtdruckendes Metallstückchen zum Ausschließen, Ausgleichen und Spationieren mit einer Dicke von 0,5, 1 oder 1,5 typografischen Punkten.

Spationieren
Im Bleisatz bezeichnet man damit das Einfügen von Leerraum mit Spatien zum Hervorheben von Textteilen (Sperren), zum optischen Angleichen der Buchstabenabstände bei Versalien (Ausgleichen) und zur Vergrößerung von Wortabständen für den Blocksatz (Ausschließen und Austreiben).

Spieß
Im Bleisatz: mitdruckendes Blindmaterial, das beim Drucken mit eingefärbt wurde und auf dem Papier einen Abdruck hinterließ. Im DTP können spießartige Effekte entstehen, wenn von verschobenen oder getilgten Grafiken aus Versehen kleinere Elemente nicht gelöscht werden.

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